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© Diözese Eisenstadt/Walter Fikisz

Das "Gotteslob" im Religionsunterricht

Tonträger der Botschaft Jesu sein
Bernhard Schörkhuber, Prof. für Humanwissenschaften und Religionspädagogik, KPH Wien/Krems, Campus Krems
Quelle: ÖKUM I/2014, Seite 8

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Der Religionsunterricht und seine Bedeutung für die Gesellschaft

von Erich Seifner

Es gehört zu den erfreulichen Tatsachen unserer Zeit, dass nach wie vor fast alle ka tholischen Schülerinnen und Schüler (ca. 97 Prozent) von ihrem Recht Gebrauch ma chen, den eigenen Glauben im schulischen Religionsunterricht kennen zu lernen.

Abgesehen davon, dass die österreichische Verfassung die Schule zu religiöser und ethischer Bildung verpflichtet, ist der Religionsunterricht nicht nur eine große Chance für die Kirche, heranwachsende Menschen mit wichtigen, lebensrelevanten Themen des christlichen Glaubens vertraut zu machen. Die Auseinandersetzung mit der eige nen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Kirche ist auch für Staat und Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung.

Im neuen kompetenzorientierten „Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an der Volksschule“, der seit dem 1. September dieses Jahres für die 1. Schulstufe gilt, heißt es diesbezüglich:
Der Religionsunterricht ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine Auseinander setzung mit dem eigenen Leben und seinen großen Fragen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Woher komme ich? Warum gibt es Ungerechtigkeit und Leiden? Wie kann ich mit Schuld umgehen? Wie kann ich meine Lebenswirklichkeit mit meinen Träumen vereinbaren? Was hat es mit dem Tod auf sich? … Der Religionsunterricht leistet damit einen wichtigen Beitrag für die per sönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Er hilft ihnen, ihre Identität zu finden und den Sinn ihres Lebens zu entdecken.

Im Religionsunterricht lernen Schülerinnen und Schüler auch andere Religionen, Weltanschauungen, Kulturen und Trends kennen, die heute – vielfach konkurrierend - unsere plurale Welt prägen. Die Kenntnis der eigenen Religion bildet eine solide Grundlage für den sachlich begründeten Dialog und befähigt die Schülerinnen und Schüler, Menschen mit anderer Überzeugung respektvoll zu begegnen.
Christlicher Glaube ermutigt und befähigt zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Damit verbunden ist auch die Einladung an die Schülerin nen und Schüler, sich in Kirche, Staat und Gesellschaft zu engagieren, entsprechende Werthaltungen einzuüben und auch Einspruch und Widerspruch dort anzumelden, wo Menschen in ihrer Würde gedemütigt, verletzt und herabgesetzt werden.

Schulischer Religionsunterricht zielt also darauf ab, unseren christlichen Glauben vor dem Forum der Vernunft zu überprüfen (Wissen), die Welt handelnd zu gestalten (Können) und zugleich auf die Intentionen des Menschen zu setzen (Wollen). Insofern ist die religiöse Kompetenz, die jungen Menschen im Religionsunterricht altersgemäß und schulspezifisch vermittelt werden soll, nicht nur ein wichtiger Dienst der Kirche an der Jugend unseres Landes, sondern auch an der ganzen Gesellschaft.

(erschienen in: Oberwarter Kontaktzeitung, September 2014, S. 2)

Religionsunterricht und Katechese

von Erich Seifner

Katechese meint eine ganzheitliche Einführung in den Glauben. Sie will junge wie erwachsene Menschen mit Herz, Hand und Verstand hinführen zu Jesus Christus und sie einführen in den Glauben und in das Leben der Kirche.

Gerade in unserer Zeit heute, in der wir einen enormen Schwund an Christlichkeit und Kirchlichkeit erleben und in der ein Großteil derer, die noch aktiv am kirchlichen Leben teilnehmen, sich im „Katechumenats-Status“ (Papst Benedikt XVI.) befindet, kommt der Katechese große Bedeutung zu.
Für Papst Franziskus ist die Katechese „die Mitte der Evangelisierungstätigkeit und jedes Bemühens um Erneuerung“ (Evangelii gaudium, 164) und für Kardinal Walter Kasper „der Schlüssel für die Zukunft der Kirche“.

Im Unterschied zur Katechese, deren primärer Ort die Pfarrgemeinde ist, wendet sich der Religionsunterricht in der Schule nicht nur an gläubige und glaubenswillige, sondern auch an suchende und zweifelnde sowie an sich als ungläubig verstehende Schülerinnen und Schüler.
Im Religionsunterricht erwerben Schülerinnen und Schüler ihre religiöse Kompetenz durch die erfahrungsbezogene Auseinandersetzung mit

  • Menschen und ihrer Lebensorientierung,
  • der gelehrten und gelebten Bezugsreligion,
  • Religion in Gesellschaft und Kultur,
  • religiöser und weltanschaulicher Vielfalt.

Die veränderte religiöse Situation heute – immer mehr junge Menschen ohne religiöse Praxis! - scheint den Religionsunterricht vor die Alternative zu stellen, entweder nur Schülerer- fahrungen zu thematisieren oder das christliche Glaubenswissen in religionskundlicher Weise zu vermitteln. Beides entspricht nicht den Zielen des katholischen Religionsunterrichts.

Das Besondere des „konfessionellen“ Religionsunterrichts liegt darin, dass Glaube und Kirche in der Perspektive der Teilnehmer thematisiert werden. Der Unterricht wird von Lehre- rinnen und Lehrern erteilt, die das Bekenntnis der Kirche teilen und auch am kirchlichen Leben teilnehmen. Seine Inhalte und Werte, die er vermittelt, sind von diesem Bekenntnis bestimmt und somit eindeutig „etikettiert“. Auch wenn die meisten Schülerinnen und Schüler kaum Erfahrungen mit Glaube und Kirche haben, sind sie doch in der Regel durch die Taufe mit ihr verbunden.

Die Vermittlung von religiöser Kompetenz im Schulfach Religion ist grundsätzlich von der Hinführung auf den Empfang der Sakramente in der Pfarrgemeinde zu unterscheiden. Den- noch sollen sich Religionsunterricht und Gemeindekatechese ergänzen und, wo es sinnvoll und möglich ist, zusammenarbeiten wie zum Beispiel bei der Erstkommunion- und Firm- vorbereitung.
Eine Zusammenarbeit von Religionslehrerinnen und Religionslehrern einerseits und von den in der Pastoral tätigen Personen andererseits liegt auch ganz im Interesse an der gemeinsamen Sache, zumal eine Pfarrpastoral, die die Jugendarbeit ernstnimmt, wie auch ein guter Religionsunterricht bemüht sein werden, junge Menschen anzustiften und zu motivieren, eigene Erfahrungen mit Glaube und Kirche zu machen und als Christen zu leben.

„Idealerweise ergänzen sich Katechese und Religionsunterricht wie Standbein und Spielbein.“ (Monika Scheidler) In den letzten 30 Jahren ist der schulische Religionsunterricht für die meisten Heranwachsenden das Standbein der religiösen Bildung gewesen, während die punktuellen katechetischen Begegnungen im Rahmen der Kommunion- und Firmvorberei- tung das Spielbein waren.

Gerade heute in pluralen und individualisierten Kontexten wäre es meines Erachtens auch aus religionspädagogischer Sicht sehr wichtig und notwendig, den schulischen Religionsunterricht und katechetische Lernwege als die „zwei notwendigen Beine“ weiter zu entwickeln, auf denen getaufte Kinder und Jugendliche christliches Leben kennen lernen und vertiefen können.

Das Schulamt handelt im Auftrag des Bischofs. Es organisiert und leitet den Religionsunterricht und trägt Sorge für qualifizierte Religionslehrer. Die Schulämter Österreichs erstellen die aktuellen Lehrpläne und sorgen für die nötigen Schulbücher.

In enger Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden ist das Schulamt bemüht, die Aufgaben und Ziele des Religionsunterrichtes zu verwirklichen.

Der Religionsunterricht bietet

  • für viele Schüler den einzigen Bezug zum Glauben und zur christlichen Gemeinde,
  • soll allen Schülern helfen, auf ihre existentiellen Fragen eine Antwort zu finden,
  • soll zumindest eine Ahnung vermitteln vom riesigen Schatz der christlichen Kultur,
  • soll hinführen zur Verantwortung für den Mitmenschen und die Gesellschaft,
  • soll in schwierigen Situationen Lebenshilfe und Orientierung bieten,
  • soll in der pluralistischen Welt Toleranz gegenüber allen Menschen und Religionen vermitteln.