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© Diözese Eisenstadt/Walter Fikisz

Der Religionsunterricht und seine Bedeutung für die Gesellschaft

von Erich Seifner

Es gehört zu den erfreulichen Tatsachen unserer Zeit, dass nach wie vor fast alle ka tholischen Schülerinnen und Schüler (ca. 97 Prozent) von ihrem Recht Gebrauch ma chen, den eigenen Glauben im schulischen Religionsunterricht kennen zu lernen.

Abgesehen davon, dass die österreichische Verfassung die Schule zu religiöser und ethischer Bildung verpflichtet, ist der Religionsunterricht nicht nur eine große Chance für die Kirche, heranwachsende Menschen mit wichtigen, lebensrelevanten Themen des christlichen Glaubens vertraut zu machen. Die Auseinandersetzung mit der eige nen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Kirche ist auch für Staat und Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung.

Im neuen kompetenzorientierten „Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an der Volksschule“, der seit dem 1. September dieses Jahres für die 1. Schulstufe gilt, heißt es diesbezüglich:
Der Religionsunterricht ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine Auseinander setzung mit dem eigenen Leben und seinen großen Fragen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Woher komme ich? Warum gibt es Ungerechtigkeit und Leiden? Wie kann ich mit Schuld umgehen? Wie kann ich meine Lebenswirklichkeit mit meinen Träumen vereinbaren? Was hat es mit dem Tod auf sich? … Der Religionsunterricht leistet damit einen wichtigen Beitrag für die per sönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Er hilft ihnen, ihre Identität zu finden und den Sinn ihres Lebens zu entdecken.

Im Religionsunterricht lernen Schülerinnen und Schüler auch andere Religionen, Weltanschauungen, Kulturen und Trends kennen, die heute – vielfach konkurrierend - unsere plurale Welt prägen. Die Kenntnis der eigenen Religion bildet eine solide Grundlage für den sachlich begründeten Dialog und befähigt die Schülerinnen und Schüler, Menschen mit anderer Überzeugung respektvoll zu begegnen.
Christlicher Glaube ermutigt und befähigt zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Damit verbunden ist auch die Einladung an die Schülerin nen und Schüler, sich in Kirche, Staat und Gesellschaft zu engagieren, entsprechende Werthaltungen einzuüben und auch Einspruch und Widerspruch dort anzumelden, wo Menschen in ihrer Würde gedemütigt, verletzt und herabgesetzt werden.

Schulischer Religionsunterricht zielt also darauf ab, unseren christlichen Glauben vor dem Forum der Vernunft zu überprüfen (Wissen), die Welt handelnd zu gestalten (Können) und zugleich auf die Intentionen des Menschen zu setzen (Wollen). Insofern ist die religiöse Kompetenz, die jungen Menschen im Religionsunterricht altersgemäß und schulspezifisch vermittelt werden soll, nicht nur ein wichtiger Dienst der Kirche an der Jugend unseres Landes, sondern auch an der ganzen Gesellschaft.

(erschienen in: Oberwarter Kontaktzeitung, September 2014, S. 2)